KI – Künstliche Intelligenz

Update: am 15.1.24 gab es eine gute Sendung dazu im ORF, KI: sein oder nicht sein
KI, die künstliche Intelligenz, war das große Thema in der IT-Branche 2023. Und es ist noch kein Ende in Sicht! Klar ist, es wird einen Umbruch geben in der Art und Weise, wie man Inhalte erstellt. Die Berufsbilder werden sich ändern. Darum ist es wichtiger als je zuvor, sich darüber zu bilden.

KI – Definition

Intelligenz:
Die Eigenschaft, die ein Wesen befähigt, angemessen und vorausschauend in seiner Umgebung zu agieren; dazu gehört die Fähigkeit, Sinneseindrücke wahrzunehmen und darauf zu reagieren, Informationen aufzunehmen, zu verarbeiten und als Wissen zu speichern, Sprache zu verstehen und zu erzeugen, Probleme zu lösen und Ziele zu erreichen.

Künstliche Intelligenz (KI), Artificial Intelligence (AI):
KI ist ein Teilgebiet der Informatik. Sie beschäftigt sich damit, das menschliche Denken und Handeln mithilfe von Computern nachzuahmen und abzubilden.

Ziel ist es, Systeme zu entwickeln, die Aufgaben eigenständig bearbeiten – genauso, als würde ein Mensch sie erledigt. Damit dies möglich ist, müssen KI-Expert:innen Maschinen in die Lage versetzen, zu lernen. Dies erfolgt mithilfe spezieller Algorithmen und Trainingsdaten. Durch das Training verbessert sich die KI fortlaufend. Man gibt der KI eine definierte Aufgabe. Die KI kann diese dann eigenständigen ausführen. Wikipedia.org/wiki/Künstliche_Intelligenz

KI – Geschichte

Der Begriff AI (Artificial Intelligence) hat sich 1956 auf einer Konferenz in Dartmouth etabliert. Grundlagen zum mechanischen (formalen) Denken wurden schon in der Antike definiert.

Künstliche neuronale Netze (KNNs) ermöglichen der KI (Künstliche Intelligenz) das selbständige Lernen. Seit 2009 erzielt die KI dabei große Erfolge. Wikipedia.org/wiki/Künstliches_neuronales_Netz

Seit 2014 ist die KI in der Lage sehr echt wirkender Bilder, Videos oder Tonaufnahmen zu generieren, es ist kaum/nicht möglich sie von realen zu unterscheiden.

2017 besiegte eine künstliche Intelligenz der Firma OpenAI bei einem mit 24 Millionen Dollar dotierten Turnier des Computerspiels Dota 2 einige der weltbesten Profispieler auf diesem Gebiet. Dota 2 gilt als eines der komplexesten Computerpiele überhaupt, komplexer als Go oder Schach. Ziel von OpenAI ist es nun, eine KI zu entwickeln, welche die besten menschlichen Spieler auch im Team-Modus besiegen kann. Wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_künstlichen_Intelligenz

KI – Anwendung im Web

Prinzipiell kann die KI Layout und Inhalte interaktiv generieren. Im Web funktioniert das gut mit Texten und Bildern. Mit KI können aber auch Musik, Videos und ganze Websites erstellt werden. Blogmojo hat dazu eine umfangreiche Liste: www.blogmojo.de/ki-tools

Die Hardware, die dafür gebraucht wird, die riesigen Server-Farmen, sind mittlerweile ein immenses Umweltproblem geworden. Das Training von ChatGPT hat ca. 700.000 Liter Wasser verbraucht. Jede neue Anfrage verbraucht ca. 1l Wasser.

Computer befinden sich im Umbruch, es wird weltweit am Quantencomputer gearbeitet. Diese könnten die Berechnungszeit für viele mathematische und physikalische Problemstellungen deutlich verringern. Das würde bedeuten, es geht schneller und somit auch umweltfreundlicher. In Deutschland soll 2024 der erste Versuch gestartet werden.


1. Texte – ChatGPT

Als User (Nutzer:inn) haben wir die Möglichkeit, einem Chatbot über eine Eingabemaske Fragen zu stellen. Dessen Antworten basieren auf Büchern, Wikipedia-Einträgen, Gedichten und weiteren Textinhalten. Diese Inhalte musste das Sprachmodell durch maschinelles Lernen verstehen, damit es heute auf Anfragen reagieren kann. Die Gratis-Version GPT-3.5 greift auf Inhalte bis zum Jahr 2021 zurück. Die Bezahl-Version GPT-4 arbeitet mit den neusten Inhalten.

Bei einem Training lernt das Sprachmodell zu Anfang, Muster sowie Unterschiede in den Textstücken zu finden. Anschließend folgen geführte Trainingsdurchläufe. Auch unseren Suchanfragen verwendet OpenAI um die Texte zu verfeinern.

Der Version 3 von Chat-GPT standen für das initiale Training 175 Milliarden Parameter zur Verfügung. Beim Nachfolger GPT-4 waren es bereits 100 Billionen Parameter, die als Grundlage für das Training sogenannter Transformer dienten. Blog-Beitrag: Die Henne oder das Ei?

Text-Generatoren: www.chat.openai.com, www.neuroflash.com, www.creaitor.ai

ChatGPT produziert keine Wahrheit, sondern Texte.

2. Bilder

Verschiedene Plattformen ermöglichen es uns Bilder zu generieren. Teilweise kann man auch Fotos mit Gesichtern hochladen und mit diesen Gesichtern neue Bilder anfertigen lassen. Auch hier wird im Web vorhandenes Material (Fotos) verwendet, verändert und neu zusammengesetzt.

Teste dich: Erkennst du die KI-Fotos?


Image Creator

„Weihnachtsmann mit einem Korb voller Ostereier,
die Stadt Paris im Hintergrund“

Content-Akademe KI-generierter Weihnachtsmann mit Ostereiern

www.bing.com/images/create
www.generated.photos/human-generator
www.krea.ai

This person does not exist

Die Gesicher werden immer wieder neu erstellt,
die Vorlagen sind reale Fotos.

KI-generiertes Gesicht

www.unrealperson.com
www.this-person-does-not-exist.com
www.random-name-generator.com


3. Musik, Videos und Websites

Auch dafür kann man schon das World Wide Web nutzen und sich Inhalte erstellen lassen.

Musik generieren
Ein Beitrag von Blogmojo über verschiedene Generatoren: www.blogmojo.de/ki-musikgeneratoren

Websites erstellen: www.durable.co


KI – Rechtslage

Im Moment muss man ein Mensch sein, um etwas zu erschaffen, das dem Urheberrecht unterliegt. Tiere in einem Zoo, die etwas malen (Affen, Elefanten), haben folglich keinen Anspruch auf ihr Werk. KI, die etwas generiert, auch nicht. Weltweit arbeitet man an Konzepten, wie man mit diesen Inhalten rechtlich umgeht. Die Graulage ist: was die KI generiert stammt von realen Inhalten, die auch dem Urheberrecht (Copyright) unterliegen. Ein Beitrag dazu vom ORF: topos.orf.at/KI-copyright

Jene Firma, welche die Software zur Generierung zur Verfügung stellt, kann Bedingungen zur Verwendung ihrer Software festlegen. Das Ergebnis selbst unterliegt im Moment keiner Rechtslage, man kann es auch nicht als „Werk“ schützen.

Seit Sommer 2023 streiken die Schauspieler:innen in Hollywood auch bez. der KI, da Produzent:innen in ihren Filmen Menschen durch KI ersetzen (werden): www.tagesschau.de/streik-hollywood
Update – am 11. November 2023 wurde der 118-Tage dauernde Streik beendet: www.faz.net/hollywood-streik-endet

Ein Leitfaden zum AI Act: Wie die EU KI regulieren will und was das für uns alle bedeutet


1. Menschliche Daten

Prinzipiell wird KI dafür verwendet, Neues zu kreieren. Aus dem Material, das die KI erhält, schafft sie nach unseren Anweisungen neue Dinge (Texte, Bilder, Musik, Videos, …).

Dadurch wird es wesentlich einfacher, Avatare zu erschaffen. Die sind besonders beliebt in den Social Media um einen Beitrag höher zu reihen.

Die KI wird mit Daten gefüttert, deren Basis Menschen (deren Werke) sind. Das wirft auch die Frage auf, wie sich das mit unserem Datenschutz vereinbaren lässt.

Mann mit Tattoos - Ein Bild mit KI generiert

2. Deepfake

Deepfakes sind Fotos, Videos oder Audio-Dateien, die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz absichtlich verändert werden. Man sieht oder hört Personen, die Sachen tun oder sagen, die sie tatsächlich nie getan oder gesagt haben. Die KI hilft, reale Personen in einem anderen Zusammenhang darstellen, mit anderen Kleidern, in anderer Umgebung, – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. www.anwalt.org/deepfakes

Rund um die Welt ging dieses geniale Bild vom Papst im Wintermantel (KI-generiert). Leider werden Deepfakes (mit sexuellem Inhalt) auch dazu verwendet Menschen zu erpressen.


KI-Bild: Papst Franziskus im Wintermantel


3. Datenschutz

Etwas kritisch muss man auch folgendes sehen: Viele Menschen geben an Firmen ihre Daten über die Social Media freiwillig weiter

Ein berührendes Video zum Thema Datenschutz, die KI macht Ella um 10 Jahre älter: YouTube – Nachricht von Ella

YouTube Video Nachricht von Ella


Fazit

Content-Akademie KI Bild Frau neben 2 MonitorenKI wird unser Leben künftig begleiten. Es muss allen Menschen klar sein, „virtuelle Wirklichkeit“ ist ein Konstrukt, generiert von KI und muss hinterfragt werden. Aber prinzipiell ist KI selbst absolut neutral. Wir können sie für viele Dinge verwenden und es ist wirklich genial, was damit erschaffen werden kann.

Ein kleiner Tipp: Bei den meisten Websites, die KI zur Verfügung stellen,  muss man sich mit einer E-Mail-Adresse registrieren. Diese wird natürlich für Werbung verwendet. Darum empfehle ich, dafür eine E-Mail-Adresse zu verwenden, die man ausschließlich für diese Zwecke nimmt und wo man keine privaten E-Mails verschickt.

Begriffe & Links

AI Act
Artificial Intelligence Act der Europäischen Union
Die EU will KI über alle Bereiche hinweg regulieren. In diesem hart umkämpften Prozess stehen die Interessen großer Tech-Konzerne denjenigen gegenüber, die für Grundrechte und die Interessen der Bevölkerung kämpfen. Ein Leitfaden dazu: www.algorithmwatch.org/de/ai-act-erklaert/
EU-Verordnungen: www.eur-lex.europa.eu/künstliche_intelligenz
Deepfake Deepfakes sind realistisch wirkende Medieninhalte (Foto, Audio, Video usw.), die durch Techniken der künstlichen Intelligenz abgeändert, erzeugt, bzw. verfälscht worden sind. Fake Obama created using AI video tool – BBC News
DSA
Digital Services Act der Europäischen Union
Mit dem DSA sollen die digitalen Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger der EU geschützt werden sowie klare Regeln gegen Hassrede und Falschinformation gelten. Plattformen mit mehr als 45 Millionen aktiven Nutzerinnen und Nutzern müssen sich im Fall eines Verstoßes gegenüber der EU-Kommission verantworten. www.bmj.gv.at/Digital-Services-Act
EU-US Data Privacy Framework – DPF Das DPF, in Kraft gesetzt am 10. Juli 2023,  legt fest, dass die Vereinigten Staaten ein angemessenes Schutzniveau – vergleichbar mit dem der Europäischen Union – für personenbezogene Daten gewährleisten, die innerhalb des neuen Rahmens aus der EU an US-Unternehmen übermittelt werden.
www.wko.at/datenschutz/eu-us-privacy-framework
www.commission.europa.eu/eu-us-data-transfers_en
EU-US Privacy Shield
oder ePrivacy-Verordnung
Der erste Versuch legal Daten mit den USA auszutauschen, die ePrivacy-Verordnung, wurde vom obersten Gerichtshof in der EU am 16. Juli 2020 gekippt . Der Anwalt Max Schrems (Verein NOYB) hat bewiesen, dass die Daten trotzdem illegal weitergegeben wurden.
www.spiegel.de/netzwelt/privacy-shield-was-das-ende-eugh-urteil-bedeutet

Fakeimage

www.this-person-does-not-exist.com, www.generated.photos/human-generator,
www.unrealperson.com

Fakename

www.fakenamegenerator.com/
www.random-name-generator.com/
Gehackte E-Mails?
Das kommt oft vor, hier könnt ihr prüfen, ob euer Konto sicher ist: www.haveibeenpwned.com
Falls nicht, am besten gleich das Passwort ändern!
TOR Browser
Tor schützt seine Nutzer vor der Analyse des Datenverkehrs und basiert auf der Idee des Onion-Routings. „TOR“ war ursprünglich ein Akronym für The Onion Routing. www.torproject.org
Vulkan Files Bei den Vulkan Files handelt es sich um geleakte E-Mails und andere Dokumente, die die Entwicklung von Sabotage-Software des russischen Unternehmens NTC Vulkan bezeugen. www.wikipedia.org/wiki/Vulkan_Files
X vormals Twitter Twitter (X) streicht Team gegen Fake News zusammen

Pressemeldungen KI

Online: NZZ: Open AI, Meta, Google: Wer kontrolliert die künstliche Intelligenz?
Das PDF dazu: Open AI, Meta, Google_ Wer kontrolliert die KI_ Und wann kontrolliert sie uns
Futurezone. 4.1.2023: Diese sexistischen Antworten liefert der KI-Chatbot des AMS
Watson: Erkennst du die ki-generierten Fake-Fotos? Hier kannst du dich testen
ORF: Consumer Electronics Show – KI für den Kühlschrank